Archive for January, 2009
Dakar-Holidays
Dakar-Holidays… was kann das wohl sein??? Mehrere zehntausend Euro ausgeben, permanent dreckig vom Staub, kaum Schlaf und wenn dann nur auf einer Isomatte im Zelt zwischen LKW mit laufenden Generatoren. Das können nur Dakar-Holidays sein. Zu buchen über die ASO. Was sich regelmässig seit 30 Jahren rallyeverrückte Menschen aller Nationen antun. Mit Vergnügen ![]()
Nachdem ich am zweiten Tag leider fünf Kilometer vor dem Ziel mein Bike aufgeben musste bin ich jetzt als Tourist dabei. Und ich unterstütze einen Freund aus Frankreich, Laurent Meffre #170, der mit dem Malle Moto ohne Service Unterstützung unterwegs ist. Bert, mein ebenfalls arbeitsloser Mechaniker, und ich konnten an Laurents Bike schon einen Defekt beheben, der ihn sicher an der Weiterfahrt gehindert hätte. Er hatte bei der Montage die Distanzbuchse am Hinterrad vergessen und die Bremsscheibe rieb nun den ganzen Tag an der Bremszange. Dem KTM-Servicetruck sei Dank, ich konnte für Laurent eine neue Bremszange kaufen und alles wieder fit machen. Shoppen auf Dakar…
Da er es ganz sutsche (hamb. gemütlich) angeht und auf der Speziale auch schon mal anhält, um ein Foto zu machen, ist er am Ende der Liste der Bikes und somit immer erst sehr spät im Ziel. Von Ankunftszeiten zwischen 21 Uhr, 1 Uhr und morgens um 7 haben wir schon alles dabei gehabt. Ich habe in die Nachtschicht gewechselt und meine Schlafzeiten haben sich drastisch reduziert. Aber wenn er dadurch zu etwas Schlaf kommt und es schafft dabei zu bleiben, dann ist alles ok. Die Etappe nach Mendoza wurde zwischendurch abgebrochen, da es so viele gestrandete Fahrzeuge gab. An den jeweiligen CPs wurden die Fahrer gesammelt und in Gruppen auf die Ausweichroute ins Camp geschickt. Die Fahrer, die CP 2 schon vor dem Abbruch erreicht hatten und weitergefahren waren hatten sozusagen Pech. Für sie bedeutete es eine lange Nacht, wie z.B. für einen Freund von mir aus Italien, Frederico Ghitti. Er hatte vermutlich die längste Nacht seines Lebens…allein in den Dünen, ohne Aussicht darauf, abgeholt zu werden. Trotz aller Einsamkeit, er war nicht allein. Dutzende Autos und LKW verbrachten die Nacht in den Dünen und auch am Morgen, wo die nächste Etappe schon seit 7:00 Uhr wieder lief, steckten noch Fahrzeuge in der vorherigen Etappe fahruntüchtig fest. Für viele der Bikes, die am Morgen ankamen, war das Rennen vorbei. Sie waren total fertig. In der Nacht hatte es stark geregnet und die Motivation und die Kräfte war bei vielen einfach am Ende.
Mein Rallyebike haben ja sicher alle auf dem Besenwagen im TV gesehen. Ich hoffe, sie Ende März für die Tuareg-Rallye bereit sein. Da ich unverletzt bin und Lust zum Fahren habe plane ich schon die nächsten Abenteuer. Einer der verletzten Franzosen, er hat den Unterarm im Gips, kam zu mir um mir zu sagen, wie Leid es ihm täte, das ich raus wäre und er mir soooo gerne sein Bike zur Verfügung stellen würde. Wie gern würde ich es nehmen. Aber raus ist raus. Und um Argentinien anzusehen habe ich einen Sitzplatz in einem Servicewagen eines Brasilianischen Mitsubishi Teams gefunden. Die Jungs haben mich als Anhalterin mitgenommen, als ich nur in Jeans und T-Shirt auf der Strasse stand. Während ich versuchte Informationen über den Verbleib meines Bikes zu bekommen war mein Servicetruck abgefahren. Mit all meinen Sachen. Da war ich wirklich sprachlos. Kein Telefon, kein Geld, keine Papiere. Aber die Hilfsbereitschaft ist grossartig. Für ein paar Tage bin ich bei ihnen mitgefahren, Bossa Nova hörend durch den Sommerwind zu düsen und den Chicas am Strassenrand zuzuwinken… Die begeisterten Zuschauer fordern Autogramme von jedem, egal ob Rallyefahrer oder Mechaniker, T-Shirts, Caps, Autogramme oder wenn man gar nichts hat, dann doch bitte wenigstens einen kleinen Kuss…das ist Südamerika ![]()
Unterwegs habe ich Mathias Schmid getroffen. Er reist rund um die Welt auf dem Motorrad und ist von den USA quasi im Racetempo hier runter gefahren, um die Rallye zu begleiten. Auf www.globalbiking.com kann man sicher über viele seiner Erlebnisse lesen. Mathias, dir auch “all the best” for your trip.
Mittlerweile sitze ich im dritten Fahrzeug, um die Rallye zu begleiten und den Service für Laurent zu machen. Nach den lustigen Brasilianern war ich bei den Franzosen von 100% Sud Ouest dabei, sitze ich jetzt im Service Truck der Swedish Armed Forces. So hatte ich schon die Gelegenheit, Patrick, den Mechaniker von Pal Anders Ulevalsätter, über die Besonderheiten an den Rallyebikes und Tipps für meinen nächsten Trip zu erkundigen. Da Laurent immer erst recht spät in die Camps kommt… (in Mendoza habe ich bis nachts um Drei auf ihn gewartet, ehe ich Schlafen gegangen bin…er kam um Sieben Uhr und ist gleich weiter gefahren…) habe ich Zeit, um im Camp rumzulaufen, mit Leuten zu quatschen und mir verschiedene Rallyebikes anzusehen. Eine gute Gelegenheit, die ich für die Vorbereitung für die nächste Dakar nutze, denn die Orga hat mir schon gesagt, sie hoffen, mich beim nächsten Mal wieder zu sehen. Und das wird ziemlich sicher wieder in Südamerika sein.
Wer wollte das nicht schon mal….Platz nehmen auf Robby Gordons Sitz im Hummer… ich hatte dazu gestern abend die Gelegenheit. Sein Beifahrer Andy Grider, den ich noch von den Romanicas kenne, hat mir alles erklärt, ich durfte mit den Knöpfen spielen und das coole Ein- und Aussteigen üben. Für heute abend ist eine kleine Tour zum Tanken geplant. Glücklicherweise ist der Weg dorthin offroad
Ich denke, da bekomme ich eine kleine Vorführung, wie cool das Auto ist.
Für Laurent war es wieder einmal eine lange Nacht. Er kam erst gegen drei Uhr ins Bivouac und hat beschlossen, heute nicht mehr zu fahren. Für ihn waren es harte Tage aber auch eine tolle Erfahrung, wie langsam auch immer, bis hierher gekommen zu sein. Die Etappe Copiapo-Copiapo findet heute also ohne ihn statt. Die Strecke wurde um knapp 200 km gekürzt, der Start heute morgen aber auch schon mehrfach verschoben, da es so bewölkt ist, dass die Helikopter nicht fliegen können. Mal sehen, wann sie los dürfen und vor allem, ob die LKW starten dürfen, denn es gibt heute eine zwei Stunden Pause zwischen den Klassen. Für die Trucks bedeutet das, sie fahren voll in die Nacht hinein.
Morgen und übermorgen gibt es dann die Marathonetappe, auf der das größte Problem der Biker die Reifen sein werden. Haben sie bisher jeden Tag getauscht muss der Hinterreifen nun zwei Tage halten. Wir freuen uns hier schon alle sehr auf Cordoba, sollen die Zuschauerzahlen dort alles bisher erlebte noch einmal vervierfachen. Unvorstellbare Zahlen. Ich bin sehr gespannt, wie es dort abgeht.
Auf nach Valparaiso / Chile
Der heiße Draht nach Argentinien funktioniert noch:
Nachdem viele Teilnehmer in den Dünen übernachten mußten, wird die heutige Speziale nach Valparaiso gekürzt auf 240 km (statt 419 km).
Bert und Tina haben bis 3:00 uhr nachts auf Laurent Meffre gewartet, der kam aber leider nicht…
Eben gerade hat Tina angerufen, Laurent ist im Biwak angekommen (dort ist es jetzt 7:00 Uhr morgens), hat ein paar Minuten Zeit zur "Erholung" und muß dann schon wieder starten!!
Vielleicht besteht sein Frühstück aus ein paar von den berühmten DirtGirls Power Riegeln??
Kann man nur hoffen, daß Laurent in der Nacht etwas schlafen konnte und nicht in der Dunkelheit in den tückischen Dünen gefahren ist. Gestern abend bei Eurosport bekam man ja einen guten Eindruck, wie schwierig und steil die Dünen zu fahren sind… von dem Morastbad à la Alphand mal ganz zu schweigen.
Das Mechaniker Leben während der Dakar ist auch kein "Zucker schlecken", die Nächte sind kurz und die Fahrten von einem Biwak zum nächsten sind auch nicht besonders erholsam.
Aber was die Rennfahrer überstehen müssen ist wirklich ohne Worte!!
Alle freuen sich auf den morgigen Tag in Valparaiso- endlich mal ausschlafen!
Bis bald
Marion
Jetzt beginnt für Tina der “Urlaub”- als Mechanikerin
Es gibt Neues aus Argentinien:
Für Tina beginnt jetzt der Urlaub- als Service-Mechanikerin 
In einem brasilianischen Service-Truck hat sie einen Sitzplatz gefunden und begleitet nun die DAKAR auf diesem Wege.
Da sie nicht der Typ ist, für faule Stunden am (staubigen-) Pool, hilft sie, zusammen mit ihrem Mechaniker Bert, dem Franzosen Laurent Meffre (Start-Nr. 170).
Laurent hat kein eigenes Service-Team dabei und nun kümmern sich Bert und Tina abends um sein Motorrad.
Auf die Frage, ob Bert schon ihr eigenes Motorrad untersucht hat, sagt sie: "Es sind schon ca. 100 Motorräder ausgefallen und alle stehen in einem großen Pulk und warten auf den Abtransport nach Buenos Aires. Im Moment kümmern wir uns lieber um Laurents Maschine, der ist ja noch im Rennen und braucht jede Unterstützung!"
Das ist der Privatfahrer-Geist der DAKAR, wer selbst nicht mehr fahren kann, hilft den anderen wo es nur geht.
Die Enttäuschung über das frühe Ende des Rennens für Tina klingt langsam ab und sie ist froh, daß "nur" das Motorrad kaputt ist und nicht ihr Körper! Wir als Familie zu Hause können jetzt auch wesentlich entspannter schlafen und schauen nicht alle 5 sec. in´s Life Tracking….
Tina bedankt sich ganz herzlich bei allen, die ihr die Daumen gedrückt haben und für die Kommentare im Blog. Sie wird sich, sobald es möglich ist, wieder selbst melden. Vielleicht am Ruhetag aus Valparaiso/Chile.
Bis dahin, viele Grüße Marion
Kleine Aufmunterung
Ein paar Bilder von Tina auf der fahrenden Yamaha!
Etappe 1 oder am Anfang der 2. Etappe.
Diese Bilder hat Claas mit gemailt. Danke 
Von Tina gibts noch keine Neuigkeiten, gestern abend war sie im Truck noch ca. 400 km vom Biwak entfernt.
Grüße Marion
Defekte Elektrik = riesige Enttäuschung
Gerade eben habe ich mit Tina telefoniert, nun ist es bestätigt, diese Dakar ist für Tina gelaufen.
Doch was ist passiert?
Die extrem weichen Sandpassagen haben ihre Opfer gefordert und Träume zerstört.
Warum auch immer, ist an Tinas Motorrad die komplette Elektrik ausgefallen: kein E-Starter, kein GPS, kein Sentinel, kein gar nichts. Also Kicken bei 40 °C und in voller Montur! Ein Albtraum!!!
Immer wieder Motorrad aufheben und ankicken, da ist die Kraft schnell bei Null angelangt und Tina
ist neben ihrem Motorrad fast ohnmächtig ins Gebüsch gefallen.
Der Buggy vom HS-Team kam am Schlepphaken des Service Trucks vorbei und hat sie mit Motivation und Wasser versorgt.
Die Energie stieg wieder etwas an und Tina sah das Speziale-Ziel schon fast vor Augen, als 5 km vor dem Ziel nichts mehr ging. Das Motorrad streikte komplett und steht nun noch in der Pampa und wartet auf den Besenwagen…
Tina ist mit einem Race Truck bis zum 600 km entfernten Biwak gefahren und war um 4 Uhr morgens dort. Da das Motorrad noch in der Pampa stand, konnte Bert, ihr Mechaniker nichts ausrichten, um den Start ein paar Stunden später zu ermöglichen.
Trotz der riesigen Enttäuschung sind wir alle froh, daß Tina gesund und munter ist!
Wie es jetzt weitergeht, ob sie den Rallytross weiter begleitet steht noch nicht fest.
Bis dahin,
Marion
Was ist los???
Eurosport und Marathonrally berichten, daß Tina raus ist….??
Bis jetzt habe ich noch nicht mit ihr gesprochen, also gibts noch keine 100 % verlässliche Info.
Abwarten und weiter "bibbern"!
Marion