Archive for January, 2010
Etappe 13
Morgens 4 Uhr in San Rafael/Argentinien: Wer schnarcht seelig im Zelt?? Tina Meier!
Sie hat das erste mal während der Dakar verschlafen…
Um 7 Uhr beginnt der Start der Motorräder, vorher muß aber noch die Verbindungsetappe vom Camp zum
eigentlichen Start absolviert werden.
Also schnell in die Klamotten und los! Zum Glück hat sie das Roadbook schon am Abend vorbereitet.
Aber erstmal der Bericht zur 12.Etappe:
Die Strecke begann mit einem schönen Flußbett und schneller Piste. Der erste Teil der Etappe war “nur” 200 km lang,
dann ein Tankstop und ca. 100 km Straße bevor es im zweiten Teil wieder in den Tiefsand ging. Bis zum Horizont Sandwellen.
Bei jedem Abzweig hatte Tina die Hoffnung auf einen anderen Untergrund, aber nein, wieder Sandwellen ohne Ende.
Nach ca. 70 km in der Speziale war dann auf einmal das Benzin alle… aber dank der großartigen Zuschauer, gelang es Tina
Benzin zu “erbetteln” und die Etappe zu beenden. Im Ziel hat sie auf die Dusche verzichtet, nur schnell gegessen,
das Roadbook vorbereitet und ist dann im Schlafsack verschwunden- und hat trotzdem verschlafen
Tina ist besonders happy über ihre Mechaniker vom Team Kaiser. Sie bereiten die Yamaha immer super vor und die
Maschine läuft zuverlässig.
Heute stehen 368 km Speziale an und insgesamt 357 km Verbindungsetappe bis zum Ziel in Santa Rosa!
Morgen wollen Tamsin Jones und Tina noch klären, warum die Strafzeiten für die beiden unterschiedlich ausgefallen sind.
Tamsin hat 11 Stunden Strafe bekommen und Tina 20 Stunden. Dabei haben beide die gleichen Waypoints ausgelassen.
Vielleicht würfelt die ASO die Strafzeiten aus?
Viele Grüße
Marion
Ein paar Dakar Bilder
Solange ich keine Live Info´s aus Argentinien bekomme, überbrücke ich die Zeit mal mit ein paar Bildern von “maindru”:


Quelle: marathonrally.com

Heute wird der Rallye Tross in Santa Rosa ankommen. Dort wartet Tina´s großer Fan Agustin Olmedo schon sehnsüchtig
Morgen kann ich dann vielleicht ein paar von Agustins Bildern posten.
Viele Grüße
marion
Atacama ohne Ende und ein Tag im Wilden Westen.
Die wunderschöne Atacama Wüste haben wir mittlerweile kreuz und quer befahren, viel Sand und Staub dabei geatmet. Jeden Tag erwischen uns die schnellen Autos, jeden Tag bin ich gespannt, welcher Wagen als erster von Hinten angedüst kommt und uns aus dem Weg piept. Nachdem wir im Anflug auf Iquique eine mördersteile Abfahrt hatten (3 km lang, 750 m Höhenunterschied) konnten aber die folgenden Dünen kaum noch schocken. Aber es waren trotzdem einige Kracher dabei. Gestern hatte ich soviele Abflüge, wie die gesamte Zeit davor nicht. Und immer wieder das schwere Bike aufheben. Ätzend, da kann einem wirklich die Lust vergehen. Vor allem, nachdem ich mir dabei das Kreuzbein verklemmt hatte wurde die Weiterfahrt extrem unangenehm, aber die Physiotherapeuten hier verstehen ihr Handwerk, heute Mittag war ich wieder fit und habe mich nicht mehr gefühlt, wie Oma… Die Dünen waren an sich schön, ABER…das Camelgras barg so einige Tücken und nicht erkennbare weiche Stellen ließen das Bike so unsanft stoppen, dass ich mich oft wie vom Flitzebogen abgeschossen fühlte. Die heutige Etappe führte uns in den Wilden Westen in Richtung Santiago. Grossartige Landschaft mit riesigen Kakteen, kurvige Pass-Strassen und auf jedem Pass hätten durchaus Winnetou und Old Shatterhand über die Prärie reiten können. Heute Nacht hatte ich mein Superman-Heft nicht unterm Kopfkissen, da lag ausnahmsweise die Apotheken Rundschau…Seniorenausgabe, daher heute pfeifend und touristisch unterwegs. Ich möchte mich und mein Bike ja schließlich heil nach Buenos Aires bringen. Morgen überqueren wir die Anden und werden wieder unglaublich tolle Landschaft zu sehen bekommen. Am Tag danach kommen noch ein paar sandige Abschnitte, dann auch noch ein paar Dünen. Aber ich bin guter Dinge, dass ich alles Kommende gut bewältigen werde und mein Projekt erfolgreich abschließen werde.
************************************************** tina meier heinrich-osterath-str. 256 21037 hamburg mobil: +49-(0)163-69 42 639 mobil Marokko: +212.615.374.302 tina@dirtgirls.de
in Argentinien: Skype: tina.dirtgirl oder +54 911 692 55 765
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Another day in paradise…
Die 8.Etappe lief für Tina super, am Telefon war sie total begeistert. Der Ruhetag hat ihre Energie wieder aufgeladen
und nun kann die 2.te Hälfte der Dakar kommen.
Am Anfang der Etappe gab es eher Endurotrial-Gelände, die Fahrer mußten sehr geschickt um die großen Steine
herumfahren, um sich nicht die Reifen und Felgen zu ruinieren (siehe Cyril Despres). Landschaftlich war die Strecke
sehr Abwechslungsreich - die Privatfahrer nehmen sich durchaus “mal kurz Zeit” nicht nur auf das Roadbook zu
schauen, sondern auch mal nach links und rechts. ;-)
Zwischendurch ein 40 km Stück durch die Dünen – auf einem sog. Kompaßkurs. In den Navigationsinstrumenten
kann man den Kurs einstellen und sich leiten lassen. Die Anzeige “grün” = richtige Richtung,
kleine Abweichung = “gelb” und große Abweichung vom Kurs “rot”.
So sieht der Fahrer auf einen Blick, ob die Richtung noch stimmt und kann sich auf das Dünen fahren konzentrieren.
Eine andere Art der Navigation ist in den Dünen kaum möglich, denn es gibt meistens keine “Landmarken” wie Häuser,
Bäume, markante Weggabelungen, o.ä.
Die ganze Etappe schlug ein neues Herz in der Yamaha. Am Ruhetag hat die Maschine einen neuen Motor bekommen,
der alte hätte nicht mehr lange gehalten… jetzt muß der neue Motor “nur” noch bis Buenos Aires halten und alles ist gut!
Etappe 8 konnte Tina auf Platz 75 beenden!
Die heutige Speziale der 9. Etappe wurde auf 170 km verkürzt. 100 % Dünen – also genau das richtige für Tina.

Erdbeeraroma als Duft der Dakar
Dieser Duft und Geschmack wird mich für immer an diese Dakar erinnern. Gestern retteten mich ein paar Medicals mit ihrem Lippenpflegestift…mit Erdbeeraroma. Meine Lippen waren wie Pergamentpapier, kurz davor komplett zu reissen…und der Stift war meine Rettung, nachdem ich schon darüber nachdachte, mit welchem Lagerfett ich Abhilfe hätte schaffen können. Mit Sand panierte Erdbeeren werden mich also für immer an diese Etappe erinnern
Der Tag war lang – aber ich habe ihn überlebt und fuhr kurz nach 20 Uhr – noch im Hellen, in den Ruhetag hinein. Herrlich, endlich mal ausschlafen. Er begann mit einer tollen Dünenpassage – mein Lieblingspassage. Danach wurde es steinig und Fesh Fesh durfte natürlich auch nicht fehlen. Simon kann meine Klagen darüber schon nicht mehr hören. Größte Motivation unterwegs sind immer wieder die Zuschauer, die sich an die unwegsamsten Plätze stellen, um uns anzufeuern. Sie bringen uns über die Etappe, motivieren uns, wenn die Motivation auf unter Null gesunken ist. Auch die mentale Unterstützung von zu Hause ist super und lässt den Tag leichter werden.
Hier findet ihr meinen Eurosportbeitrag bei youtube. Habe es aber bisher nur ohne Ton gesehen…keine Ahnung, was für schöne Geschichten ich da erzählt habe
Werde mich jetzt an den Rest der Etappen wagen – drückt alle die Daumen, dass das Bike und ich heil bleiben. Es bekommt grade einen frischen Motor, damit es wieder schnurrt wie eine Katze.
News Tina Dakar
Et voila, endlich mal wieder Internet und ein schoenes Bild aus dem Sommer in Suedamerika. Nachdem ich die Fesh Fesh Hoelle am 3. Tag ueberlebt habe und es am 4. Tag wieder eine klasse Etappe war, ein wenig Marokko, etwas Tuerkei, und noch etwas Sand am Ende obendrueber, super. Die letzten beiden Tage hatten es dann allerdings wieder arg in sich. Zunaechst die lange Liaison ueber die Anden, dann noch schier endlose Pisten, nicht extra schwierig, aber bis zum Horizont knueppelacker, dann ueber die Kuppe… und wieder bis zum Horizont. Es nahm fast kein Ende. Auch wenn zwischendurch Zweifel daran aufkommen, irgendwie gehen diese Tage zu Ende…und zwar heil im Ziel. Mittlerweile habe ich auch meine Meinung ueber Fesh Fesh geaendert. Auch wenn es sich beim hineinfahren manchmal so anfuehlt, als wuerde man in einen Sack Mehl schlagen, es ist auf jeden Fall nicht so Kraftaufwendig, wie die Sand-Stein-Mix >Pisten. Davon tun mir dermassen die Handgelenke weh, dass ich kaum den Lenker halten kann. Das Duenensurfen macht hingegen richtig Laune. Davon gibt es sicher auch noch mehr. Morgen kommen 600 km – lt. Streckenprofil fast nur Steinpisten. Mir tut schon beim Gedanken daran alles weh. Aber irgendwie werde ich auch den Tag schaffen. Wie immer mit viel Staub – und noch mehr Staub, sobald uns die Autos und LKWs eingeholt haben. Wenn es im Cockpit piept, dann muss man das Signal schon erahnt haben und mit einem Bocksprung zur Seite springen…die Jungs zucken nicht mal kurz vom Gas, ehe sie an uns vorbei donnern. Bisher ist es aber immer glimpflich abgelaufen.