Archive for the ‘Enduro’ Category
Etappe 13
Morgens 4 Uhr in San Rafael/Argentinien: Wer schnarcht seelig im Zelt?? Tina Meier!
Sie hat das erste mal während der Dakar verschlafen…
Um 7 Uhr beginnt der Start der Motorräder, vorher muß aber noch die Verbindungsetappe vom Camp zum
eigentlichen Start absolviert werden.
Also schnell in die Klamotten und los! Zum Glück hat sie das Roadbook schon am Abend vorbereitet.
Aber erstmal der Bericht zur 12.Etappe:
Die Strecke begann mit einem schönen Flußbett und schneller Piste. Der erste Teil der Etappe war “nur” 200 km lang,
dann ein Tankstop und ca. 100 km Straße bevor es im zweiten Teil wieder in den Tiefsand ging. Bis zum Horizont Sandwellen.
Bei jedem Abzweig hatte Tina die Hoffnung auf einen anderen Untergrund, aber nein, wieder Sandwellen ohne Ende.
Nach ca. 70 km in der Speziale war dann auf einmal das Benzin alle… aber dank der großartigen Zuschauer, gelang es Tina
Benzin zu “erbetteln” und die Etappe zu beenden. Im Ziel hat sie auf die Dusche verzichtet, nur schnell gegessen,
das Roadbook vorbereitet und ist dann im Schlafsack verschwunden- und hat trotzdem verschlafen
Tina ist besonders happy über ihre Mechaniker vom Team Kaiser. Sie bereiten die Yamaha immer super vor und die
Maschine läuft zuverlässig.
Heute stehen 368 km Speziale an und insgesamt 357 km Verbindungsetappe bis zum Ziel in Santa Rosa!
Morgen wollen Tamsin Jones und Tina noch klären, warum die Strafzeiten für die beiden unterschiedlich ausgefallen sind.
Tamsin hat 11 Stunden Strafe bekommen und Tina 20 Stunden. Dabei haben beide die gleichen Waypoints ausgelassen.
Vielleicht würfelt die ASO die Strafzeiten aus?
Viele Grüße
Marion
Another day in paradise…
Die 8.Etappe lief für Tina super, am Telefon war sie total begeistert. Der Ruhetag hat ihre Energie wieder aufgeladen
und nun kann die 2.te Hälfte der Dakar kommen.
Am Anfang der Etappe gab es eher Endurotrial-Gelände, die Fahrer mußten sehr geschickt um die großen Steine
herumfahren, um sich nicht die Reifen und Felgen zu ruinieren (siehe Cyril Despres). Landschaftlich war die Strecke
sehr Abwechslungsreich - die Privatfahrer nehmen sich durchaus “mal kurz Zeit” nicht nur auf das Roadbook zu
schauen, sondern auch mal nach links und rechts. ;-)
Zwischendurch ein 40 km Stück durch die Dünen – auf einem sog. Kompaßkurs. In den Navigationsinstrumenten
kann man den Kurs einstellen und sich leiten lassen. Die Anzeige “grün” = richtige Richtung,
kleine Abweichung = “gelb” und große Abweichung vom Kurs “rot”.
So sieht der Fahrer auf einen Blick, ob die Richtung noch stimmt und kann sich auf das Dünen fahren konzentrieren.
Eine andere Art der Navigation ist in den Dünen kaum möglich, denn es gibt meistens keine “Landmarken” wie Häuser,
Bäume, markante Weggabelungen, o.ä.
Die ganze Etappe schlug ein neues Herz in der Yamaha. Am Ruhetag hat die Maschine einen neuen Motor bekommen,
der alte hätte nicht mehr lange gehalten… jetzt muß der neue Motor “nur” noch bis Buenos Aires halten und alles ist gut!
Etappe 8 konnte Tina auf Platz 75 beenden!
Die heutige Speziale der 9. Etappe wurde auf 170 km verkürzt. 100 % Dünen – also genau das richtige für Tina.

5. Etappe geschafft, auf zur 6.ten
Heute morgen habe ich mit Tina telefoniert, sie stand in den Startlöchern für die heutige Etappe.
Hier der Bericht für die Etappe 5 von gestern:
Zu Beginn mußten erstmal 90 km Verbindungsetappe zum eigentlichen Start gefahren werden. Für Dakar Verhältnisse ein Katzensprung zum warm werden!
Vom Start weg klappte alles bestens, Motorrad läuft gut, Motivation 100 %, zu fahrende km: 483! Die Navigation ist kein Problem, die Wege sehr, sehr steinig und staubig. Bis zum Horizont nur Steine und Staub. Also Zähne zusammen beißen und fahren. Durch all das Schütteln und Rütteln, vibriert eine Schweißnaht kaputt, die einen der kleinen Hecktanks hält. Der verabschiedet sich also, ist aber nicht so schlimm, denn der Haupttank und der kleine Tank auf der anderen Seite haben genug Kapazität für das nötige Benzin.
Tamsin Jones ist sogar der Rally-Vorbau “abgewackelt”…. Heute ist sie wieder am Start, da wurde über Nacht sicher fleissig an der Maschine gearbeitet!
Mit dem Ziel schon vor Augen, wurde Tina 1 km vorher von einem Teilnehmer überholt und so eingestaubt, das sie sich im weichen Fech-Fech Sand kurz eingebuddelt hat. Vom Ziel zum Camp waren dann nochmal 97 km zu fahren- Erholung auf Asphalt!
Im Camp angekommen hat sie schnell gegessen, das Roadbook für Etappe 6 vorbereitet und dann nur noch SCHLAFEN!
Man mag es zwar kaum glauben, aber heute müssen die Teilnehmer 418 km Speziale fahren und am Freitag warten auf der 7. Etappe 600 km…. danach ein Ruhetag und dann geht die “Quälerei” weiter!

Bis morgen
Marion
Sand surfen
Die gestrige Etappe lief wirklich super für Tina!
Gutes “Ego-Futter”, denn die heutige Speziale ist besonders lang und wir drücken alle die Daumen, daß wieder alles klappt!
Anbei ein cooles
Foto, direkt aus der Wüste.

1 PS
Gestern abend habe ich noch kurz mit Tina telefoniert, dabei kam heraus:
“Das Leben als Motorradfahrer ist weich!” (Jedenfalls in den Dünen!)
Nach Ihrer Schilderung, wie sie Richtung Camp geritten ist, lag ich vor lachen fast auf dem Fußboden- mit Bildern vor Augen, wie ich ihr vor ca. 20 Jahren auf meinem Pferd Reit-Unterricht gab.. Tina wird sich an die Story erinnern.
Scherz beiseite, die 3.te Etappe hatte es wirklich in sich und die Dünen waren die Hölle.
Nach dem kleinen Ausritt und mit den Tipps von Torsten Kaiser, ging die Quälerei durch die Butterweichen Dünen weiter.
Soweit bei Eurosport zu sehen war, hatten fast alle Motorradfahrer Probleme mit stotternden und aussetzenden Motoren.
Heute führt die Etappe auf über 4000 m Höhe – das wird den Motoren sicher auch nicht gefallen. Die 400 km Verbindungsetappe zum Start der Speziale sieht Tina als “Zeit sich zu erholen!”
Hoffentlich gibts heute abend wieder gute Neuigkeiten!
Bis dahin Marion
1.Dakar Etappe HS Rallye Team
Das erste kleine Bivouac in Colón war inmitten der neuen Sümpfe…nach den Regenfällen der letzten Wochen ist hier eine Mückenplage ausgerochen. Aber es gibt wirksame Sprays (in Deutschland vermutlich völlig verboten, da gesundheitsschädlich).
Die erste richtige Etappe startete heute morgen in finsterer Nacht. Ab 4:25 Uhr machten sich die Topfahrer auf den Weg in die Nacht. Mein Start war 5:12 Uhr – immernoch finster. Und auch als es heller wurde konnte man die Hand vor Augen kaum erken, so dicht war der Nebel. Die Wertungsetappe wurde aufgrund von kaum passierbaren Wasserdurchfahrten um 50 km gekürzt, was dem Spaß allerdings keinen Abbruch tat.
Aus meiner Sicht war es eine super Etappe. Schneller Einstieg, dann enduromäßig durch die Berge. Und natürlich überall die begeisterten Massen. Ein echtes Vergnügen.
Es ist sogar schon ein “Gewetteifer” darüber entstanden, was wohl toller sei: mich beim Tangotanzen im Salon Canyengue gesehen zu haben, oder ein Foto mit mir gemeinsam im letzten Jahr an der Tankstelle